Ein See im Gleichgewicht der Gifte- Die Bleilochtalsperre

Jahrzehnte lang war die Bleilochtalsperre die Kloake der gesamten Umgebung. Sie wurde 1932 angestaut, zum Hochwasserschutz und zur Energiegewinnung. Dadurch wurde sie zum Sammelbecken von Abwässern und Müll, den die Leute rücksichtslos reingeschmissen haben. Die Keime kamen aus der Lederfabrik Hirschberg, und aus der Zellstofffabrik Blankenstein kam hoch organisch belastetes Abwasser. Und Saalburg leitete Molkereiabfälle und Gülle aus Viehställen hinein. So war es unmöglich das eigentliche Ziel, nämlich die Touristen anzulocken zu erfüllen. Die Sportler schreckte der Schmutz ab, und zum baden war es auch nicht mehr geeignet. Sogar Silbertaler verfärbten sich, und wurden innerhalb von 2 Stunden blau-violett. Das lag daran, dass zu viel Schwefelwasserstoff aus den schon genannten Fabriken ins Wasser gekommen war. Man überlegte ob man in das Wasser chlorfreie Bleiche tun könnte, damit das Wasser klarer aussehen würde. Aber dann wären die Algen zu schnell gewachsen und die Saale wäre innerhalb eines halben Jahres zu einer grünen Wiese geworden. Heute ist das Wasser wieder deutlich sauberer und auf jeden Fall besser zum baden geeignet. (Aus: Schleizer Nachrichten 01.06.1991und Frankenpost 27.08.1991)


Die Vor- und Nachteile der Bleilochtalsperre

Ein Vorteil der Bleilochtalsperre ist, das es nicht mehr so oft zu einem Hochwasser kommen kann. Ein Nachteil wiederum ist, dass das Wasser nur 4-8 Grad warm war und das baden nicht mehr so viel Spaß machte. Im Winter ist die Saale nicht mehr gefroren, weil das Wasser immer mindestens 4 Grad warm war, und das ist zu warm zum zufrieren, uns zu kalt zum baden.
(Zeitzeugen Aussagen)