Entwicklung der Bademoden

Die Geschichte der Bademoden reicht bis in die Antike zurück. Im späten Mittelalter kamen erstmals in Mitteleuropa Bademoden auf. Im 15. Jahrhundert trugen Männer kurze Hosen oder Lendenschurze und Frauen trugen nichts. Dies änderte sich im 16. Jahrhundert, als Frauen begannen sogenannte Badehren zu tragen. Damit wurde ein Tuch bezeichneit, das oberhalb der Brust am Rücken festgebunden wurde.
Im 19.Jh. vollzog sich eine grundlegende Veränderung der Bademoden: Zu Beginn gab es noch lange Hemden zum Baden, die oft bis zu den Füßen reichten. Später wurden aus den Hemden Zweiteiler, wobei sich Badebekleidung bei den Männern gerade erst verbreitete. Die Badekleidung wurde mit der Zeit immer kürzer, trotzdem wurde immer strenger darauf geachtet, dass "Sitte und Anstand gewahrt wurden". Im Laufe des 19.Jh. änderte sich nicht nur die Form der Bademode, sondern auch das Material und die Farben. Der Stoff der Badebekleidung änderte sich von Flanell zu Leinen, Wolle und Serge (Gewebe). Auch wurden die Badeanzüge immer bunter, wobei sich die "Trendfarben" je nach Saison immer wieder änderten. Die neue Mode für Männer wurde der gestreifte Badeanzug. Badeschuhe hielten Einzug, man ging mit Hüten ins Wasser, während in den letzten Jahren die bunten Badekappen in Mode kamen. Parallel zeichnete sich in Deutschland eine Entwicklung zu einem sportlichen Einteiler ab, der enorm wenig Widerstand hatte und sich besonders gut zum Schwimmen eignete. In Frankreich trugt man zu dieser Zeit immer noch Bluse, Mantel oder Pelz, Mütze, Überwurf und Badeschuhe.
Um 1900 "trugen die Damen noch diese seltsamen, meist roten Badeanzüge, bei denen die Hosen weit über das Knie herab reichten. Ein Rock fiel noch darüber, und das ganze saß, von einem Gürtel gehalten, teils in glänzender Falte, teils wie angeklatscht am Leibe und sah eher komisch aus als verführerisch." Wie sich ein Zeitzeuge später erinnern konnte.
Die Badeanzüge waren aus Cheviot oder weißen Lüster, mit Börtchen (am Matrosenkragen) verziert, gemacht. Die Badekleidung wurde der Mode angepasst. Als das Familienbaden erlaubt wurde, durften die Damen nur Badeanzüge aus Flanell oder einem Wollenstoff und bis zum Halse geschlossen, tragen. Zu diesem Familienereignis schrieb er folgendes Gedicht:

Auch die Zeitgenossen betrachteten die zum Teil "strengen" Bademoden ironisch:



Joachim Ringelnatz:

"Enttäuschter Badegast"
Wenn ich im Badeanzug bin
Und im Familienbade,
geht die Erotik fort. Wohin
weiß Gott. Wie schade.

Kurz nachdem das Trikot aufkam schrieb Erich Kästner das Gedicht:

Das Meer liegt ruhig wie ein Kind.
Und schläft. Und atmet bloß.
Und wo die Frauen am schönsten sind,
dort stecken sie in Trikots.

Und auch hierzu konnten die Zeitzeugen nur spassig bemerken: "Trikots sind eng anliegende, fleischfarbene Kleidungstücke in denen die Damen aussehen wie nackt. Später gab es sie dann auch in verschieden Farben und Mustern. Die längsgestreiften Trikots verliehen etwas schlanke Figur, während die quergestreiften voll machten."

Eine Revolution der Bademoden stellte dagegen der Bikini dar. Erstmals wurde der Bikini 1931 auf einem Schönheitswettbewerb von Maria Solveg präsentiert. Er hielt jedoch erst in den 1950er Jahren in Deutschland einzug. Gleichzeitig wurden in den 1930er Jahren synthetische Stoffe für Bademoden wie Latex aus den USA eingeführt. > Im Nationalsozialismus änderte sich die Bademode nicht, aber man wurde nicht gerne im Bikini gesehen. Nach dem 2.Weltkrieg fehlte es an Material und Geld, so häkelten und nähten die Leute ihre Badesachen aus Schürzen, Pullovern und Pioniertüchern.