Die Saaletalsperre bei Hohenwarte

Mit dem Reichsgesetz vom 13.Februar 1935 wurde der Bau der zweiten Saaletalsperre bei Hohenwarte oberhalb Saalfeld durch die Saaletalsperren-Aktiengesellschaft angeordnet. Noch im gleichen Jahr begannen die Bauarbeiten. Die 75m hohe Staumauer mit einem Betonaufwand von 450 000 cbm speichert rund 185 000 000 cbm Wasser und ist eine der höchsten Staumauern Deutschlands. Mit der im Jahre 1932 fertiggestellten Talsperre, der Saaletalsperre am Kleinen Bleiloch, mit einem Speicherinhalt von 215 000 000 cbm Wasser, stehen dann 350 000 000 cbm Nutzinhalt der Saaletalsperren für ihren Hauptzweck, die Erhöhung der Niedrigwasserstände in der Elbe, zur Verfügung. Wie an der Bleilochtalsperre, so folgte auch an der Hohenwarte die kraftwirtschaftliche Ausnutzung der "weißen Kohle". Die Unterlieger vor Gefahrenhochwässern zu schützen, die Wasserführung der Saale gleichmäßiger zu gestalten und in Trockenzeiten aufzuhöhen, waren und sind die weiteren Zwecke des Talsperrenbetriebes.

Historischer Text aus der Zeit der Errichtung der Talsperre
Vom Dorf Kaulsdorf, an der Reichsstraße Nr. 85 Saalfeld-Probstzella abzweigend, ist eine neue Zufuhrstraße am rechten Saaleufer über den Ort Hohenwarte hinaus bis zur Baustelle entstanden. Ein vom Reichsbahnhof Eichicht abzweigendes vollspuriges Gleis, das oberhalb von Kaulsdorf die Saale auf einer Blechträgerbrücke kreuzt, dient zum Heranschaffen der sämtlichen Baustoffe für den Sperrmauerbau. Die Reichsbahn bringt auf diesem Wege rund 1 000 000 t Steine vom Granitbruch am Henneberg im Sormitztal und rund 250 000 t an Bindemitteln, Baugeräten, Maschinen und Holz für Schalung und Rüstung zur Baustelle.

Quelle: http://www.fh-merseburg.de/~nosske/EpocheII/Bahn/e2z_slf.html