"... Das Saalebad neben der Paradiesbrücke entsprach schon lange nicht mehr einer
Stadt wie der Zeiß- und Universitäts-Stadt Jena: zu klein, vor allem zu
primitiv! Man hatte schon am Burgauer Weg gegenüber der Mühlenstraße
durch den Bau einer Auskleidehalle den Kern zu einem zweiten Bad geschaffen; aber das war
auch nur halber Kram: Männer und Frauen in der selben Halle! Aber zwischen ihr und
der Saale lag eine große Tummelwiese mit alten Bäumen
am Ufer. Daraus sollte ich nun was Endgültiges machen.
Die vorhandene Halle war konstruktiv, architektonisch und betrieblich recht gut und flach
gedeckt. So setzte ich das Gegebene gern fort, gab der vorhandenen Halle in gleicher
Flucht, aber gehöriger Entfernung ein Pendant und setzte dazwischen ein
Häuschen, das im Erdgeschoß dem Dienst des Bademeisters diente und im ersten
Stock seine Wohnung enthielt.
Nach Inbetriebnahme dieses Bades wurde das an der Paradies-Brücke nicht mehr
aufgebaut. Nach der Straßenseite hin ließ ich in Terrakotta auftragen:
"Stdt. Bad". Ohne mein Wissen machte der Steinmetz "Stadt-Bad" daraus, wohl aus Versehen;
und so verdankt das Bad seinen Namen diesem Zufall.