Kurzportrait
Ruth Böcker wurde am 12. August 1928 in Jena geboren. Ihr Vater war 1936/37 im Lichtenhainer Bad und später im Paradiesbad Schwimmeister. Sie lernte deshalb schon mit drei Jahren in der Saale schwimmen. Heute ist Frau Böcker Seniorin und lebt in Jena.
Durfte auch nackt gebadet werden?
Antwort anhören
Was gab es für Bademoden?
Antwort anhören
Wie war das mit dem "wilden" Baden?
Antwort anhören
Auszug aus dem Interview mit Ruth Böcker
"Also das Lichtenhainer Bad, oder Stadtbad genannt, das war zu erreichen mit der Straßenbahn oder zu Fuß, ja!? Also von Jena aus bis zur Schubertsburg und man konnte dann auch durchs Paradies PAUSE zu Fuß hingehen.
Dann am Eingangsbereich PAUSE saß dann ´ne Kassiererin, da wurde eben abkassiert. Oben war dann Wiese und Kiosk, das war aber alles massiv, ja!? Da standen Tische und Stühle und dann oben die Ankleidekabinen. Da waren Garderobenfrauen, waren so kleine Kabinen, konntest deine Kleider auf´n Bügel hängen, das wurde dann abgegeben.
Dann war unten eine große Liegewiese und am Saaleufer da waren dann so die Einstiege für in die Saale, ja!? Das waren alles Holzleitern, aber nur an bestimmten Stellen. Das ´de da in die Saale rein gehen konntest, ja!? Und das war dann mit so Brettern ausgelegt und du konntest doch nicht durch die Saale da schwimmen. Das war dann abgeteilt so ungefähr über die Hälfte der Saale PAUSE da waren dann so Bojen gestellt.
Und der Schwimmmeister der hat dann eben die Aufsicht gehabt, einer alleine konnte das ja nicht übersehen, da waren dann noch so Rettungsschwimmer, ja!? Die waren dann teilweise so eingeteilt […].
Auch mit der Bademode, also als Kleinkindhaben wir immer nur solche Schlüpfer angehabt, und nachher immer nur ´nen schwarzen Badeanzug. Das war wie so Trikotzeug. Wenn der nass war klebte der an. Nachher war das schon ein bisschen wolliger das, das dann schon ein bisschen Figurbetonter war, aber Bikini oder so was kannte ich nicht. […]
Nachher war´s ja dann, als sie in Schwarza dieses Zellstoffwerk gebaut wurde und die Talsperre, da änderte sich das dann. Da war das nachher unsauber, das Wasser, da war die Qualität so schlecht dass da garniemand mehr baden durfte, ja!?[…]"
"Wie sah denn eine Schwimmangel aus?"
"Das war so ein langer, so ein langes ding wie so ein Bambusrohr da war dann vorne wie so ein (wisst ihr wie?) so ein Reifen, so! Das war da fest gemacht. Dann gab es auch noch eine Rutsche. PAUSE Die Rutsche war aus Metall das war so wie so Blech und da war oben so eine Pumpe, da kam von unten, das Saalewasser, das musste da erst feucht machen. […]"
"Haben sie auch wild gebadet?" "Ja LACHT wir sind dann auch, ich bin auch unter der Camsdorferbrücke schwimmen gewesen, das war natürlich nicht erlaubt."