Jenaplan-Schule / Diskurs e.V.

Das Stadtbad-Projekt

Zur Neueröffnung des Lichtenhainer Bades am 2. Juni 1929 konnte die Lokalpresse euphorisch vermerken, dass Jena nun über eine Musteranlage am „fließenden Wasser“ der Saale verfüge, die jeden Vergleich mit den Badeeinrichtungen anderer Städte aufnehmen kann. Für über 3000 Besucher ausgelegt, mit Wechselumkleidekabinen, Wasserrutsche, Sprungturm und Restaurant ausgestattet, hätte das Flussbad durchaus an heutigen Maßstäben gemessen werden können.

Modernes Stadtbad am Fluß

Pläne zur Umgestaltung des Lichtenhainer Bades, das als ehemalige Militärschwimmanstalt nach dem Ersten Weltkrieg von der Stadt erworben wurde, mußten wegen des fehlenden Anschlusses des Stadtteils Lichtenhain an die Kanalisation mit Verweis auf die dadurch resultierende Verschmutzung des Flusses immer wieder zurückgestellt werden. Neben dem Lichtenhainer Bad besaß die Stadt in den 1920er Jahren mit dem Gries- und Paradiesbad noch zwei weitere Flußbäder. Dennoch bereitete die, vor allem durch die chemischen Industrien am Oberlauf der Saale hervorgerufene, Flußverschmutzung dem Bäderbetrieb zunehemend Probleme. Zu Beginn der 1950er Jahre mußte das Baden in der Saale schließlich verboten werden.

Verbot des Saalebadens 1952

Damit verschwanden die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts enstandenen Saalebäder und gleichzeitig ein wichtiges Kapitel städtischer Freizeitkultur am und mit dem Fluß. Dazu gehörten auch die zahlreichen wilden Badeplätze oder das Eislaufen auf dem Fluß im Winter.

 

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